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Berichte

01.06.2006 Alter: 11 Jahre Coaching Rapport vom 20./21. Mai 2006

VON: HANS FELBER, LEIPZIG

oder: „Ein Major erobert Schifferstadt im Sturm“









Bilder von Hans Felber


Frage:

Was passiert wenn 4 Sachsen zum Croquet - Coaching nach Schifferstadt aufbrechen?

Antwort:
Einer startet an der BAULK LINE in Leipzig-Nord, macht ‘nen ROQUET zum nächsten, dann ‘nen TAKE  - OFF und wieder ‘nen ROQUET und ein SPLIT – CROQUET, bis er mit einem RUSH auch den letzten eingesammelt hat und alle LAY – UP und im Auto WIRED sind. Dann kann es mit FULL – ROLL und mit DRIVE  auf nach Schifferstadt zum TURN gehen.

Unterwegs machen Sie dann an einer Raststätte einen STOP SHOT  und nehmen dort noch einige (IM)BISQUE und auf der Toilette ihre
BALL IN HAND oder haben einen FREE SHOT

Dann fahren sie ohne HANDICAPS weiter und wenn sie keinen CRUSH SHOT mit ‘nem PEG in irgendeiner CORNER auf der Autobahn hatten und  ADVANCED sind und sich auch noch durch das letzte HOOP über den Rhein (GE)PEEL(T) haben, dann ist das END – GAME im Hotel in Sicht.
Die ROVER machen dort dann einen OLD STANDARD – LEAVE und ergreifen die INNINGS und bestellen gleich SEXTUPLE Pilsner und prosten sich im CENTRE STYLE, die Gläser dabei fest im GRIP haltend, fröhlich zu!

Geschafft!

Jetzt heißt es aber schnell im DOUBLE – Zimmer in die Bett – CORNERS  zu kriechen und mit einem CLIP das Licht auszuschalten, denn morgen kommt der „Herr Major“ und will uns zeigen, wo das MALLET  hängt…

Nun, zunächst kam am nächsten Morgen nicht als erstes der „Herr Major“, sondern ziemlich schlechtes Wetter…

„Zum Kotzen, Herr Major“, - hätte der „Major“ an dieser Stelle gesagt - und da der „Major“ diesen Spruch früher schon öfter kundgetan hatte, wurde er quasi zu seinem Markenzeichen.

Aber wer ist denn nun der „Herr Major“?
Es handelt es sich dabei um einen ganz normalen Menschen, der auf den Namen Norman Eatough hört, als Engländer schon lange in der Schweiz lebt, rank und schlank ist, gut durchtrainiert, von mittlerer Größe und im Alter so um Ende fünfzig ‘rum, - denkt man…

Tatsächlich ist „Ende fünfzig“ aber schon eine Weile her. Genauer gesagt, er wird bald 74 Jahre alt sein!   Schluck!

Der nächste Hammer ist, dass er vor kurzem bei der letzten WM im Golfcroquet in Neuseeland den 19. Platz erreichte (von 64!).
Ganz nebenbei ist er der Präsident der Schweizer Croquet Association, Mitglied im Schweizer Alpen Club und war Teilnehmer an 5 Europa – und 7 Weltmeisterschaften im Croquet -Sport und ist derzeit auf Rang 34 in der Weltrangliste! Wenn ihm noch Zeit bleibt, treibt er sich auch noch aktiv auf Tennisplätzen und Skipisten rum…Respekt und “Hut ab, Herr Major“!

Aber nun geht es auf den Platz.
Pünktlich um 9 Uhr kamen dann auch die meisten Kursteilnehmer auf die Spielfläche vom 1. Croquet Club Südwest  in Schifferstadt.
So auch der „Major“, der von uns und ehrfürchtig ernannte Croquet – Guru, der die kleine Gemeinschaft von 11  Freaks  in die „geheimsten aller geheimen“ Tricks und Kniffe beim fortgeschrittenen Association Croquet einweihen sollte.
Denn schließlich steht ja gerade mal wieder eine Deutsche Meisterschaft vor der Tür und jeder hoffte natürlich, sich eben jene „Geheimnisse“ vom „Guru“ vermitteln zu lassen, um damit auch ganz sicher der nächste Deutsche Meister werden zu können…!

Und so ging es dann weiter:
Zunächst einmal ging es zum Theorie büffeln ab in die warme und trockene Kantine, denn das Wetter wurde doch recht ungemütlich.
Norman erklärte uns am grünen Brett eine ganze Reihe von Grundkonzepten und Spielvarianten.
Spezielle Fragen dazu - und insbesondere auch zu den, mitunter recht komplizierten Regeln im Croquetsport, wurden von ihm sehr ausführlich und für uns gut verständlich beantwortet.
Und das nicht zuletzt deshalb, weil Norman neben einem schier unerschöpflichen Fachwissen, auch noch über nahezu perfekte Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt!

Inzwischen hatte es draußen angefangen, noch heftiger zu stürmen und zu regnen, aber alle Kursteilnehmer ließen sich davon nicht abschrecken und wollten dennoch auf den Platz und jeder hoffte, neben der eben erlernten Theorie, auch die heiß ersehnten - und immer noch unbekannten - „Geheimtipps“ in der Praxis vermittelt zu bekommen…

Aber statt obskurer „Geheimtipps“ zeigte uns der „Major“ vermeintliche „Kleinigkeiten“, wie die richtige Ausführung von einzelnen, speziellen Schlagtechniken…
Wir übten Take Off, Stopp Shot, Roll und Drive, - wir kennen ja alle diese Schläge – aber seltsamerweise klappten diese bei den meisten gar nicht immer  und so richtig auf Anhieb…Merkwürdig!

Manch einer mag sich dabei gedacht haben: „Na gut, wir wissen ja wie es richtig gehen soll, wir hatten bloß zu wenig Zeit zum Üben und überhaupt, das Wetter war sowieso daran Schuld…!“
Erstaunlich aber war nur, dass unser „Guru“ immer wieder das „Wunder“ vollbrachte, uns die Schläge nahezu perfekt vorzuspielen, trotz des schlechten Wetters,… aber der kannte ja auch die Geheimtipps…!
(Inzwischen wurden Regen und Orkanböen doch so heftig, dass wir bald fluchtartig den Platz verlassen mussten).

Nach einem sehr netten und fröhlichen Abend mit unserem „Major“ bei Bier, Wein und Steak, ging es am nächsten Morgen wieder auf den Platz. Dieser sah so zu sagen etwas bestürzt aus und zwar von einigen mastdicken Baumkronen der benachbarten Pappeln!
Der zweite Platz konnte daraufhin gar nicht mehr genutzt werden und den andern mussten wir erst mal intensiv beräumen.

Dann konnten wir uns weiter trainieren lassen von unserem „Guru“, aber so richtige „Geheimtipp-Knüller“ blieben auch diesmal aus - und es stellte sich die Frage: „Gibt es diese überhaupt??“
Stattdessen verkündete er immer wieder - und führte es uns auch noch gekonnt in der Praxis vor (!):
„Es gibt mehrere Möglichkeiten ein Break aufzubauen“ und:

„Immer drei Tore voraus denken und dort Pioniere postieren“ usw.
Dann murmelte er auch noch ständig: „ÜBEN, ÜBEN, ÜBEN“!
Und so langsam dämmerte es wohl auch bei dem letzten von uns, worin der „Trick“ bei der ganzen Sache besteht, den unser „Guru“ uns geduldig und die ganze Zeit hatte vermitteln wollen…

Es ist ja nicht so, dass  wir das nicht schon selber geahnt hätten, das mit dem „ÜBEN“, aber wer glaubt schon so richtig an sich selber…?

Jedoch: Einem richtigen „Guru“, dem sollte man schon glauben!
Und was ist nun mit den Geheimtipps geworden?

Richtig, es gibt keine! Außer einem:
Und der heißt:   Norman Eatough!    Dem „Guru“ sei gedankt!


P.S.
4 Sachsen besteigen nachdenklich ihr Auto an der südlichen BAULK – LINE von ‘nem CROQUET- LAWN in Schifferstadt und machen einen ROLL (Back To Mama)…