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Berichte

25.04.2006 Alter: 12 Jahre 1. Frauenweltmeisterschaft im Golfkrocket in Kairo/Ägypten

VON: NINA MESEKE

Vom 13. – 20. November 2005 fand in Kairo die erste Weltmeisterschaft im Damen-Krocket statt.







Von unserem Vorstand ermuntert, meldeten sich Nina Meseke, Antje Ockelmann und Priska Vinnen als Teilnehmerinnen an. Daraufhin bekamen wir eine Flut von Informationen über die Organisation, Visabeschaffung, Hotelreservierung, Sightseeing Tours, Bekleidungsvorschriften etc. Allmählich dämmerte uns, auf was wir uns da eingelassen hatten. Obwohl wir wussten, dass wir als relativ junge Krocketnation nicht viel auszurichten würden und sehr aufgeregt waren, kam so allmählich etwas wie Vorfreude auf.  
Am 11.11.05 starteten wir in Fuhlsbüttel, um nach Zwischenlandung in Amsterdam nachts in Kairo anzukommen. Alles klappte prima, die Mallets waren heil geblieben und das Taxi brachte uns ins Marriot-Hotel.
Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns auf den zehnminütigen Weg, um die jeweils drei Plätze des Gezira Court und Federation Court zu besichtigen. Alles war perfekt vorbereitet und wir wurden sehr herzlich empfangen.
Sonnabend, dem 12. 11. um 15 Uhr begann unter Leitung von David Openshaw, dem Präsidenten der WCF und Amir Ramsis Naguib, dem Präsidenten der Egyptian C roquet Federation, die Eröffnungszeremonie. Der Einmarsch der einzelnen Nationen erfolgte wie bei der Olympiade: Begleitet von Musik, vorneweg ein Mädchen mit einem Schild des jeweiligen Landes, gefolgt von der Fahnenträgerin, bei uns Antje, dann die Mannschaft.
Teilgenommen haben die Ägypter mit fünfzehn Spielerinnen, England mit zwölf, Palästina mit fünf, die USA mit drei, Irland und Deutschland mit je drei, Neuseeland und Australien mit je zwei und Italien mit einer Spielerin.
Gleich nach der Eröffnungsfeier begannen bei Flutlicht die ersten drei Spiele auf dem Federation Court. Geleitet wurden die Matches von jeweils einem Schiedsrichter, unterstützt von einem Balljungen (Anfassen des Balls war uns Spielerinnen streng untersagt) sowie einem Jungen, der nach jedem Torschuß auf einer großen Holztafel, auf der die Namen der beiden Spielerinnen standen, den aktuellen Punktstand registrierte. So konnte man jederzeit den Spielstand sehen und musste nicht mitzählen. Morgens vor den Spielen wurde der Rasen gesprengt und anschließend mit Palmwedeln von Wasserresten befreit. Sehr schnell hatten wir heraus, dass es auf zwei der Plätze vor den Toren sehr uneben war und die Bälle etwas weiter weg placiert werden mussten, damit sie nicht seitlich in ungünstige Positionen wegrollten.
Gespannt waren wir natürlich auf das Spiel der Ägypterinnen, denen einen enorme Schlagkraft nachgesagt wird. Es ist nicht übertrieben. Auch sie schossen nicht aus der Ferne aufs Tor sondern legten vor. Nach nur kurzer Peilung knallten sie den Ball Richtung Tor und meistens trafen sie so, dass der Balljunge kommen musste um das Tor wieder einzuschlagen. Manchmal dachte man, das ist schon eine Macke. Da alle ägyptischen Spielerinnen die gleiche Schlagvorbereitung haben, gehe ich davon aus, dass alle gleich trainiert werden und das von Anfang an.
Gespielt wurde in acht Gruppen mit jeweils sechs oder sieben Spielerinnen mit zwei Gewinnsätzen; die ersten vier Spielerinnen kamen weiter. Danach ging es um die weitere Plazierung mit jeweils einem Spiel bis Platz 19. Das Endspiel ging über drei Gewinnsätze.   
Zu uns deutschen Spielerinnen ist zu sagen, dass wir alle nur in die B-Runde kamen. Obwohl Antje in der Hauptrunde ein Spiel gewinnen konnte, reichte dieses für die nächste Runde nicht aus. In der B-Runde war dann Nina sehr erfolgreich und gewann drei Spiele. Priska gewann ein Spiel und Antje ging diesmal leer aus. Mehr aus die Plätze 40, 43 und 48 waren nicht herauszuholen und wir waren ganz zufrieden. Wie gut die Ägypterinnen sind, ist daraus zu ersehen, dass sie die Plätze 1 – 6 belegten und von den ersten sechzehn Rängen 11. Nur Jane Shorten aus Irland, Christine Pont aus Australien, Carol Jackson aus Südafrika und Julie Hudson aus England konnten mithalten. Das äußerst spannende Endspiel bestritten die beiden Ägypterinnen Nahed Hassan und Imam El Farnsawi, das Nahed Hassan mit 7:5, 7:4, 6:7, 7:6 nach drei Stunden gewann.
Gleich im Anschluß an das Endspiel war die Preisverleihung, wobei die Gewinnerin einen Pokal verliehen und jede Spielerin eine Medaille umgehängt bekam. Danach gab es unter freiem Himmel ein vorzügliches einheimisches Essen.

Resümee: Aufgefallen ist die große Gastfreundschaft und die Herzlichkeit, auch unter den Spielerinnen, die Freundlichkeit der Schiedsrichter und besonders hervorzuheben die perfekte Organisation und die Hilfsbereitschaft von David Openshaw. Wir haben uns bei David und Amir mit einem Bildband „Deutschland aus der Luft“ bedankt.
Für uns drei gilt: Wir haben während dieser Zeit viel gelernt und werden bei zukünftigen Wettbewerben etwas gelassener sein. Prisca hat Kontakt zu den Engländern aufgenommen, die uns nächstes Jahr vielleicht einmal besuchen wollen.

Privat hatten wir einen freien Tag zur Verfügung, um mit einem deutschsprachigen Führer die Pyramiden von Gizeh, die Sphinx und die Sonnenbarke sowie Sakkara und Memphis zu besuchen. Am vorletzten Tag war dann noch Zeit für das Ägyptische Museum und die Besichtigung der Zitadelle und der Moschee.